Aber woher kommst du wirklich? 

Ich wurde in der Maternité des Stadtspitals Triemli geboren und bin in einem Haus aufgewachsen, dass sich 450m (Luftlinie) davon entfernt befindet. Mein Kindergarten war vom Küchenfenster aus sichtbar, ebenso meine Sekundarschule (also, vom Balkon aus). Mein Primarschulhaus stand – 370m von meinen Wohnhaus entfernt – direkt hinter der Kirche, in der ich getauft worden war. Mit 14 Jahren bin ich ins Gymnasium gekommen, und musste erstmals mit den ÖV zur Schule, in den angrenzenden Kreis 2. Erst mit 28 bin ich von Wiedikon ans andere Ende der Stadt gezogen, nach Oerlikon. Wenn ich also gefragt werde, woher ich „wirklich“ komme, dann denke ich

Wiedike, Motherfucker, do you know it?
„Say ‚where‘ one more fucking time.“

Aber ich sage: „Us Wiedike. Werum?“

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Liebe Eltern von Kindern 

Es ist wirklich, wirklich kein Geheimnis, dass ich mit Kindern nichts anfangen kann. Ich kenne den Blick von Leuten, die Kinder toll finden. Es ist dieses sprichwörtliche Strahlen, so von wegen da geht die Sonne auf, sobald ihr Blick auf ein Baby fällt. Meine Mutter hat es. Deshalb, nehme ich an, ist sie Mutter geworden. Ich habe es nicht. Insbesondere nicht bei Babies. Es ist eine Tragödie, dass von allen Säugetieren ausgerechnet wir die sind, deren Jungtiere so unfassbar unflauschig sind.

Tiger-Babies
Tigerbabies: flauschig.

Ich finde ja auch Menschen im Allgemeinen oft schwierig. Als Sartre schrieb, „l’enfer, c’est les autres“, da sprach er mir aus der Seele. Aber Proto-Menschen, die noch keinerlei Impulskontrolle gelernt haben, sind so ziemlich unerträglich. Es ist sonnenklar, dass diese Proto-Menschen irgendwann erwachsen sein werden, und ich bin sicher, dass sie grossartige Mitglieder der Gesellschaft sein werden. Gerade EUER Kind ist doch jetzt schon dermassen talentiert, das wird sicher die/der nächste Mozart-Kahlo-Curie-Mandela. Unumstritten. Aber bis dahin warte ich jetzt einfach mal ab. So von hier drüben aus, wo ich keine der Körperflüssigkeiten riechen kann und mir die Ohrstöpsel ausreichend Schutz bieten vor den übernatürlichen Geräuschemissionen.

Es kommt der Moment, ab dem ich gut mit Kindern kann. Dann nämlich, wenn sie Teenager sind. Normalerweise sogar etwas früher, so ab acht ist meist alles in Ordnung. Ich hatte in den letzten Monaten das Privileg, gleich zwei extrem tolle Zehnjährige kennen zu lernen. Mit denen geh ich dann gerne ins Kino und Eis essen und so. Dann gebe ich sie hoch animiert und überzuckert ihren Eltern zurück. Und wenn ihr dann gar nicht mehr klar kommt, wenn sie euch Scheisse finden weil sie gerade pubertieren, dann könnt ihr mich easy anrufen. Aber mit Babies will ich nichts zu tun haben.

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Zürich: Eine Liebeserklärung

img_7499Auf meinem Facebook-Feed hat jemand gefragt: „Wenn die Stadt, in der du lebst, ein Mensch wäre, würdest du dann mit ihm schlafen?“ Während die Leute, die mich kennen, sich die Antwort schon denken können, möchte ich ein bisschen ausführen. Vor allem, weil Andere diese, meine Stadt, schon kommentiert haben. Es war das Übliche. Die Person, die den Post verfasst hat, hat Folgendes geschrieben:

„Ich glaube, Zürich wär dieser leicht arrogante, steinreiche Typ, dessen Gesicht du dir nicht so richtig merken kannst. Im Flirten ist er schlecht, stattdessen setzt er drauf, dich zu beeindrucken – aber wenn du dich trotzig-liebevoll auf ihn einlässt, merkst du, dass er gar kein so schlechter Küsser ist. Sein Zuhause ist klinisch sauber, der Bettanzug aus Samt. Bist du leidenschaftlich, zieht er mit.
Nach dem Höhepunkt bleibt er wach, weil Koks.
Am Morgen verlangt er die 18 Franken zurück, die er für deinen Drink am Vorabend ausgegeben hat.“

Needless to say, ich sehe das ein bisschen anders.

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2017

The new year is upon us, and as is customary, I want to examine my feelings regarding the year gone by.

I Literally Cannot Even

When the Electoral College of the US chose Donald Trump as 45th President of the United States of America, I dare say, a large part of the world was in shock. There has, in the history of humanity, never been a person less qualified for the job. This statement takes into account and includes Emperor Nero, Josef Stalin, and Adolf Hitler. What differentiates them from Trump is that they knew what they were doing. They were evil, of course, but they knew the system, the people, the tools, and the limits of their power (to an extent…). They knew exactly what they were doing. Granted, they all happened before Twitter, but odds are – being the micromanaging psychos they were – they would have demonstrated better impulse-control than The Orange One. My cats are more qualified to hold that office. Hell, every single object in this room would make a better President than Donald J. Trump. Also, did he just brag about the size of his… button?

White text on black background: The only thing necessary for the triumph of evil is for good ment to do nothing. - Edmund BurkeOne unpleasant truth we must face, though, is that a shift to the political right is happening everywhere right now. The forces of Capitalism continue to pit the working class against the poor, and we keep falling for it. The result is Fascism. I am always perturbed when people wonder out loud how Nazi Germany could have possibly happened, all the while missing the signs right in front of their eyes. We are on the same track, some of us more than others. Switzerland is facing a direct attack on one of its most fundamental public services, and the fear of the outcome chills me to the bottom of my soul; meanwhile, I even have friends who don’t get it. If there are people in my own inner circle who are willing to trade a central tenet of democracy for money, then what can I hope for from the rest of the population? It is hard not to despair.

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Eulogy

Portrait of Martin Eric Ain
Martin, 1967 – 2017.

Lieber Martin

Danke. Vor allem erst einmal danke dafür, dass es dich gegeben hat. Und ist nicht das die Krux an der Sache? Du warst so sehr da, so präsent, so larger than life, so alive, dass es gänzlich unvorstellbar ist, dass du von einem Moment zum anderen nicht mehr sein sollst. Und so tut mein Gehirn, was es unter den Umständen tut, und abstrahiert das Unfassbare. Heute, Martin, stehen die Tore von Sto’Vo’Kor weit offen, und ich erhebe meinen Becher Blutwein auf dich.

Danke für die Musik. Während Celtic Frost nicht per se mein Ding waren in den 80ern – du kennst meine zweifelhaften Vorliebe für Glam Metal – wart ihr doch ein Teil der Landschaft, und eine Massenvernichtungswaffe, die man gegen Grossmütter und Lehrpersonen einsetzen konnte. Teufelszeug! I kid you not, einer meiner Lehrer betete damals für meine Seele.

Danke für die Show. Ich muss zugeben, mein Lieblingssong von dir, von all den Songs die ich über die Jahre gehört habe, ist und bleibt „Kids in America“. You rocked that shit.

Karaoke-from-Hell

Danke für die Gespräche. Du konntest eine ganz schreckliche Diva sein, und das war exasperating und grossartig. Du wusstest, dass das Leben nicht linear ist. Hinter jeder saloppen Bemerkung konnte sich eine tiefe Wahrheit verbergen.

Danke für den Titel; ich werde mein Leben lang keinen weiteren brauchen. Durch deine Autorität bin ich Queen of Hell, and I will see you south of heaven. Grüss Jeff Hanneman von mir in der Zwischenzeit, und natürlich Prince und Freddie.

There is a special place in Hell for one such as you: it’s called a throne.

Farewell.

enlight98
And now in that place we saw in our dream, let us sing with you, dear friend.