Aber woher kommst du wirklich? 

Ich wurde in der Maternité des Stadtspitals Triemli geboren und bin in einem Haus aufgewachsen, dass sich 450m (Luftlinie) davon entfernt befindet. Mein Kindergarten war vom Küchenfenster aus sichtbar, ebenso meine Sekundarschule (also, vom Balkon aus). Mein Primarschulhaus stand – 370m von meinen Wohnhaus entfernt – direkt hinter der Kirche, in der ich getauft worden war. Mit 14 Jahren bin ich ins Gymnasium gekommen, und musste erstmals mit den ÖV zur Schule, in den angrenzenden Kreis 2. Erst mit 28 bin ich von Wiedikon ans andere Ende der Stadt gezogen, nach Oerlikon. Wenn ich also gefragt werde, woher ich „wirklich“ komme, dann denke ich

Wiedike, Motherfucker, do you know it?

„Say ‚where‘ one more fucking time.“

Aber ich sage: „Us Wiedike. Werum?“

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Gebrauchsanweisung für die Stadt: How to Velo

Zürich, heisst es von Seiten der VelofahrerInnen, sei keine Velostadt. Unser Netz sei unvollständig, unausgereift, etc. Wir liegen weit hinter Städten wie Amsterdam und Kopenhagen zurück, beide wahre Mekkas für VelofahrerInnen. Bei uns ist es ja richtig gefährlich, sagen sie. Da muss ich ja dann immer ein bisschen lachen, weil gefährlich ist im Kontext der Schweiz immer etwas… äh, hoch gegriffen. Nichts bei uns ist, im internationalen Vergleich, gefährlich. Aber ja, auf der Strasse mit den Autofahrern koexistieren zu müssen birgt Risiken. Risiken, die die VelofahrerInnen selbst aber auch nicht zwingend zu minimieren gewillt sind. Und gegenüber FussgängerInnen haben sie ja jetzt auch nicht gerade ein Übermass an Respekt und Konsideration.

In der Tat hat die Stadt Zürich innerhalb ihres Verkehrskonzepts viel vor mit den Velos: durch den 2015 angenommenen Gegenvorschlag zur Initiative von Pro Velo steht ein Rahmenkredit von 120 Mio. CHF zur Verfügung, um die Stadt sicherer und befahrbarer zu machen. In diesem Zusammenhang darf aber von den VelofahrerInnen der Stadt auch ein bisschen Kooperation erwartet werden.

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Gebrauchsanweisung für die Stadt: How to Sommer

Wie ich oft an dieser Stelle wiederholt habe, leben in der Stadt viele Menschen auf engem Raum. Da sind also viele bewegliche Teilchen. Wenn diese nun erhitzt werden, dann werden sie unruhiger. Und wenn viele Teilchen unruhig sind, kommt es zu Reibung. Und das, meine Damen und Herren, will bei dieser Hitze wirklich niemand.

Blühende Sträucher im MFO-Park.

Der MFO-Park in Oerlikon blüht.

Es ist kein Geheimnis, dass ich ein Sommerkind bin. Ich blühe auf, wenn die Temperaturen auf über 30°C klettern. Es gibt nichts Schöneres. Natürlich bin ich auch dem Kältetod nahe, wenn das Thermometer unvermittelt auf unter 20°C fällt. Neulich nachts hätte ich den Heimweg um Haaresbreite nicht überlebt. Das ist also mein Wetter. Summertime, and the living is easy. Ich habe Playlists für diese Jahreszeit. Die Stadt ist nie so schön wie im Sommer, wenn die Limmat im Sonnenlicht in allen Nuancen von grün und blau funkelt. Aber auch ich kann nicht von der Hand weisen, dass mit den Temperaturen auch die Anforderungen an unsere Selbstverantwortung als gute Städterinnen und Städter steigen. Im Interesse aller schlage ich deshalb vor, wir bewahren einen kühlen Kopf (haha) und halten uns an folgende kleine Instruktion.

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