Observationen aus dem benachbarten Ausland: Da steppt der Bär – einfach nicht sehr lange.

Komm doch nach Sankt Gallen (den Ort) sagten sie. Das wird total lustig, sagten sie. Und das mag durchaus sein. Das Problem ist, wenn ich erst mal dort bin, wie komm ich denn wieder weg?

Ich hatte ja jetzt doch schon ein, zwei, drei späte Nächte in Rapperswil. Das hing entweder mit unserem gut gefüllten Bier-Kühlschrank zusammen, oder aber ganz konkret mit dem Bären. Der Bären ist eine der wenigen ortsansässigen Kneipen, und ein echt charmanter Ort. Hier bin ich zum ersten Mal mit dem „Flämmli“ in Kontakt gekommen, dem wohl involviertesten Prozess, Kaffee und Alkohol zu vermischen. So involviert, dass ich eine Facebook-Seite gefunden habe, die sich rein damit befasst, oder auch eine abgekürzte Instruktion auf Vogel-Lisis Blog. Don’t try this at home. Wendet euch an einen Profi. Mein Flämmli wurde auch von einem Veteranen der Kunst hergestellt.

Zucker wird über dem brennenden Alkohol in einer Tasse geschmolzen.

Flämmli in Action

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Aspiring Polyglot: Usefulness

I’ve recently set up a Quora account. Quora is a place where people can ask questions – often questions that, yes, they could have googled themselves – and get answers from people. These answers have the benefit of bringing a very personal aspect with them, being more practical than theoretical.

When signing up, Quora asks you about your areas of interest, and your expertise. Being a fan of languages, I signed up for plenty of language stuff. As a consequence, one of the questions I see most often is something along the lines of „what language should I learn next in terms of usefulness“, sometimes worded as a direct comparison, such as „is it better to learn French than Spanish?“ Two thoughts usually go through my head:

  1. Why is this even an either/or question?
  2. What do you mean, useful? How can any language not be useful?

I am immediately aware of a lot of privilege when contemplating my automatic reaction. First, because I already know the „useful“ languages, aka those that, combined, pretty much cover the entirety of the globe, I have the luxury of completely disregarding the perceived usefulness of any tongue. How did I get there? By learning the language of all the colonial powers, of course. Their languages have been forced on everybody, so everybody understands them now. Thanks, white people!

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Aspiring Polyglot: Eigentlich wollte ich ja Koreanisch lernen.

Erstens kommt es anders.

Vor etwa drei Wochen hatte ich eine Begegnung mit dem Schicksal. Ich kann das nicht anders werten. Ich habe etwas gefunden, von dem ich noch nicht mal wusste, dass ich es suchte. Aber der Reihe nach.

Ich lerne Sprachen immer dann am besten, wenn ich eine Band finde, deren Musik mich so flasht, dass ich die Sprache unbedingt verstehen will. Filme sind auch gut, aber Musik ist portabel und geht durch Mark, Bein, Herz und Seele. Ich habe vor einigen Monaten angefangen, Russisch zu lernen, und habe dort auch schon einige Bands gefunden, die mir gefallen. Natürlich geht man bei russischen Metalbands immer das Risiko ein, dass man sich versehentlich Nazis angelacht hat. Das ist einfach. Und solange man die Texte nicht versteht, ist man der Sache ausgeliefert. Ich bin aber relativ sicher, dass ich bisher mehr die Dungeons and Dragons Art von Metal gefunden habe.

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Ich bin müde.

Ich weiss, der März ist kein Monat für geistige Erschöpfung, aber manchmal kann man das nicht steuern. Der März ist der Monat des Feminismus. Der achte März ist seit 1921 der Internationale Frauenkampftag, den ich seit 25 Jahren fast lückenlos begehe. Ich erinnere mich an Demonstrationen in den 90er Jahren, wo wir in einer Gruppe von 30 Frauen durch Zürich gezogen und von der Öffentlichkeit belächelt wurden. Ich erinnere mich auch an Umzüge von mehreren tausend Frauen, die sich weigerten, demütig und gehorsam zu sein, und völlig unweiblich Randale machten in der Zürcher Innenstadt.

25 Jahre sind eine lange Zeit, und manchmal habe ich das Gefühl, dass sich nichts geändert hat. Immer noch verdienen wir unerklärliche 8,7% weniger als Männer, und nach wie vor versuchen Männer, uns diesen Unterschied weg zu mansplainen.

Immer noch werden Frauen gefragt, was sie getragen oder wieviel sie getrunken haben, wenn sie Opfer sexueller Gewalt werden. Da sagt sogar eine Polizistin, dass Frauen gegebenenfalls selbst schuld sind, wenn sie vergewaltigt werden.

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Der grosse Kanton und wir: Obrigkeit oblige.

Es ist schon sehr, sehr, seeeeehr lange her, dass Anja das letzte Mal hier war, um mich zu besuchen. Also, eigentlich besucht sie ja meine Katzen, aber ich lebe nun mal auch in dieser Wohnung. Dieser Besuch, der schon Äonen zurückliegt, beinhaltete ein unangenehmes Ereignis und eine dieser Offenbarungen, die manchmal ganz nebenher passieren: ein Anschauungsbeispiel der kleinen Differenzen zwischen der deutschsprachigen Schweiz und Deutschland.

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This Fucking Year.

I really meant to close on something positive this year. In spite of everything that happened, I was gonna be hopeful, and upbeat, and, you know, optimistic, and shit. But goddamn you, 2016, you’re not making it easy.

None of us suspected the horrors you were gonna visit upon us when David Bowie died. It was tragic. The world did not know he had cancer, his loss was unexpected and severe. There are not a lot of legends left, and he was one. Personally, his death sent me back into that sense of loss I had when Freddie Mercury died, 25 years ago. They were of a generation, and Freddie was deprived of decades of greatness. Greatness that David Bowie delivered, and now he was gone. Little did I know that 2016 was only just gearing up.

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