Verrat aus den eigenen Reihen

Am Freitag vor einer Woche ist es mir passiert. Nicht zum ersten Mal, sicher nicht zum letzten Mal, aber halt mal wieder, einfach, um mich daran zu erinnern, dass wir noch einen langen, langen Weg zu gehen haben.

Ich habe ihnen Auge in Auge gegenübergestanden, den Frauen, die den Feminismus nicht brauchen™.

Ihr kennt sie. Es sind die, die keine Sonderbehandlung wollen. Die, die Männer ganz toll finden. Die, die ihrem Mann gerne das Essen kochen und die Wohnung putzen. Die, die noch nie in ihrem Leben benachteiligt worden sind, weil sie Frauen sind, nein, eigentlich hatten sie dadurch immer nur Vorteile! Kurzum, es sind die Frauen, die nicht verstehen, was Feminismus ist. Daher vielleicht, um künftige Missverständnisse zu vermeiden, ein Auszug aus dem zugehörigen Wikipedia-Artikel:


Feminismus (abgeleitet von lateinisch femina Frau und -ismus über französisch féminisme) bezeichnet sowohl eine akademische als auch eine soziale Bewegung, die für Gleichberechtigung, Menschenwürde, die Selbstbestimmung von Frauen sowie gegen Sexismus eintritt. Daneben verweist Feminismus auf politische Theorien, die – über einzelne Anliegen hinaus – die Gesamtheit gesellschaftlicher Verhältnisse, einen grundlegenden Wandel der sozialen und symbolischen Ordnung und der Geschlechterverhältnisse im Blick haben. Gleichzeitig erlauben sie Deutungen und Argumente zur Gesellschaftskritik.

[…] Auf dieser Basis beinhaltet Feminismus auch die Forderung, nicht nur Gleichberechtigung von Frauen und Männern formal (gesetzlich) zu postulieren, sondern auch jene konkreten Zustände anzufechten, in welchen dieses Versprechen real noch immer nicht eingelöst worden ist (vgl. Gleichstellung). Zu diesem Zweck setzten sich Feministinnen und Feministen mit den philosophischen Begründungen für bzw. gegen die Ungleichbehandlung auseinander und entwickelten verschiedene feministische Theorien und Denkansätze als kritische Kultur- und Gesellschaftsanalysen. Jedoch gilt ein einheitlicher Feminismus, dessen Definition weltweite Gültigkeit besäße, heutzutage nicht zwingend als erstrebenswertes Ziel, da Frauen aus unterschiedlichen Kulturen und gesellschaftlichen Verhältnissen stammen, die sie stärker prägen können als das Geschlecht.


Soweit, so klar. Nun zum Geschichtli.

Weiterlesen

New Year’s Revolution

Anne-Sophie hat zu aktuellem Anlass getweetet, dass sie mehr Revolutions statt Resolutions sehen will. Ich fühle mich berufen, beides zu kombinieren:

Ich habe beschlossen, den Bauch nicht mehr einzuziehen.

Wer jetzt spontan nicht versteht, warum das ein geradezu revolutionärer Ansatz ist, dem/der darf man gratulieren: sie oder er ist also normal- oder untergewichtig. Als fette Person wird einem früh nahegelegt, man solle zumindest den Bauch einziehen, so in der Welt draussen. Ist ja wohl das Mindeste, was man tun kann, dort, wo andere Menschen die eigene fettleibige Anwesenheit ertragen müssen. Natürlich nützt es nichts; ich sehe nicht schlanker aus, wenn ich die Luft anhalte, ich sehe dann einfach aus wie eine fette Frau, die sehr flach atmet. Deshalb kann ich es sein lassen. Das ist zumindest der Plan.

Weiterlesen