Der grosse Kanton und wir: Unsere letzte und beste Hoffnung 

Jetzt wollen auch die Briten noch mal wählen. Dafür wollen die Franzosen nicht mehr. Das, meine Damen und Herren, ist der Moment, wo die Welt mit einer etwas grösseren Wahrscheinlichkeit als normal untergeht. The Endtimes have begun.

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May the odds be ever in our favour.

Ich finde es immer wieder faszinierend, wenn Leute sich fragen, wie es damals, 1930 und folgende, zu „so etwas“ kommen konnte, aber dann die offensichtlichen Parallelen zur Gegenwart geflissentlich ignorieren.

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Observationen aus dem benachbarten Ausland: Mehr kapitalistisch als katholisch.

Wie, genau, habe ich es geschafft, in dem einzigen katholischen Kanton zu arbeiten, der weniger Feiertage hat als Zürich?

Ich bin ja normalerweise eher amüsiert, dass ich in einem fremden Kanton arbeite. Aber heute morgen habe ich es gehasst. Das hat natürlich hauptsächlich mit meiner momentanen Lebensgestaltung zu tun. Seit ich nebst dem 80% Arbeitspensum noch zur Schule gehe, bin ich konstant übermüdet und am Anschlag. Wenn mir dann noch ein Feiertag, den ich seit gut 25 Jahren regelmässig begehe, verwehrt bleibt, dann bereitet mir das geradezu physische Schmerzen. Ich habe furchtbar schlecht geschlafen, insgesamt bin ich vielleicht auf drei Stunden gekommen. Ich bin randvoll von Verzweiflung. Seit ich aufgestanden bin, weine ich im Inneren bittere Tränen. Ich nehme es übel. So richtig, abgrundtief, todschwarz übel. Es ist, als fühlte ich die ganze Gewalt des kapitalistischen Systems am eigenen Körper.

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Aspiring Polyglot: Usefulness

I’ve recently set up a Quora account. Quora is a place where people can ask questions – often questions that, yes, they could have googled themselves – and get answers from people. These answers have the benefit of bringing a very personal aspect with them, being more practical than theoretical.

When signing up, Quora asks you about your areas of interest, and your expertise. Being a fan of languages, I signed up for plenty of language stuff. As a consequence, one of the questions I see most often is something along the lines of „what language should I learn next in terms of usefulness“, sometimes worded as a direct comparison, such as „is it better to learn French than Spanish?“ Two thoughts usually go through my head:

  1. Why is this even an either/or question?
  2. What do you mean, useful? How can any language not be useful?

I am immediately aware of a lot of privilege when contemplating my automatic reaction. First, because I already know the „useful“ languages, aka those that, combined, pretty much cover the entirety of the globe, I have the luxury of completely disregarding the perceived usefulness of any tongue. How did I get there? By learning the language of all the colonial powers, of course. Their languages have been forced on everybody, so everybody understands them now. Thanks, white people!

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Ich bin müde.

Ich weiss, der März ist kein Monat für geistige Erschöpfung, aber manchmal kann man das nicht steuern. Der März ist der Monat des Feminismus. Der achte März ist seit 1921 der Internationale Frauenkampftag, den ich seit 25 Jahren fast lückenlos begehe. Ich erinnere mich an Demonstrationen in den 90er Jahren, wo wir in einer Gruppe von 30 Frauen durch Zürich gezogen und von der Öffentlichkeit belächelt wurden. Ich erinnere mich auch an Umzüge von mehreren tausend Frauen, die sich weigerten, demütig und gehorsam zu sein, und völlig unweiblich Randale machten in der Zürcher Innenstadt.

25 Jahre sind eine lange Zeit, und manchmal habe ich das Gefühl, dass sich nichts geändert hat. Immer noch verdienen wir unerklärliche 8,7% weniger als Männer, und nach wie vor versuchen Männer, uns diesen Unterschied weg zu mansplainen.

Immer noch werden Frauen gefragt, was sie getragen oder wieviel sie getrunken haben, wenn sie Opfer sexueller Gewalt werden. Da sagt sogar eine Polizistin, dass Frauen gegebenenfalls selbst schuld sind, wenn sie vergewaltigt werden.

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Die Abstimmung vom 12. Februar

Eigentlich wollte ich einen anderen Post schreiben zu diesem Anlass, einen, den ich schon länger in Vorbereitung habe. Es ist ein Post über meine Unwirsch gegenüber der gottverdammten, hinterwäldlerischen, ewiggestrigen, anti-intellektuellen Landbevölkerung. Diese Dorfdeppen. Diese gesellschaftspolitischen Analphabeten. Diese… Aber eben. Wie man sieht, brauche ich schon vier Zeilen, um mich darüber zu echauffieren, was ich nicht schreiben werde. Der andere Post wäre absolut aus dem Ruder gelaufen, weil mir die Landbevölkerung  im Moment nichts recht machen kann. Nicht, dass sie es versuchten. Wie gesagt, das ist ein Thema für ein anderes Gezeter.

Wir stimmen nächstes Wochenende ab. Es sind zwei sehr wichtige Themen dabei, und darüber wollen wir kurz reden. Eines vorweg: ich weiss, dass ich hier grösstenteils offene Türen einrenne, schliesslich kenn ich nur sehr wenige reaktionäre Kackfressen (Grüsse an S. aus M.!). Aber selbst gut sein ist nicht gut genug. Redet mit eurem Umfeld, die Leute müssen abstimmen gehen, und zwar in die richtige Richtung. Also so:

Ja zur Erleichterten Einbürgerung der dritten Generation

Jetzt mal ganz, ganz ehrlich: wie viele Leute habt ihr denn in letzter Zeit in Burka gesehen? Und wie viele davon waren Italienerinnen? Geht es euch so wie mir, dass ihr in einer Grossstadt lebt, und VERDAMMT NOCH MAL SEIT MONATEN KEINE BURKA MEHR GESEHEN HABT? Wisst ihr, wo es noch weniger Burkas hat als in Zürich und Genève? Im verfickten Oberwil-Lieli, diesem rassistischen Dreckskaff. Die paar AusländerInnen, die dort wohnen, tun das vermutlich gegen ihren Willen, weil wer lebt schon freiwillig a) unter Nazis und b) im Aargau? Versteht mich nicht falsch, ich kenne einige Leute aus dem Aargau. Ihr wisst schon, einige meiner besten FreundInnen sind AargauerInnen, höhö. Die sind alle in die Zivilisation geflüchtet und leben jetzt in Grossstädten.

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New Year’s Revolution

Anne-Sophie hat zu aktuellem Anlass getweetet, dass sie mehr Revolutions statt Resolutions sehen will. Ich fühle mich berufen, beides zu kombinieren:

Ich habe beschlossen, den Bauch nicht mehr einzuziehen.

Wer jetzt spontan nicht versteht, warum das ein geradezu revolutionärer Ansatz ist, dem/der darf man gratulieren: sie oder er ist also normal- oder untergewichtig. Als fette Person wird einem früh nahegelegt, man solle zumindest den Bauch einziehen, so in der Welt draussen. Ist ja wohl das Mindeste, was man tun kann, dort, wo andere Menschen die eigene fettleibige Anwesenheit ertragen müssen. Natürlich nützt es nichts; ich sehe nicht schlanker aus, wenn ich die Luft anhalte, ich sehe dann einfach aus wie eine fette Frau, die sehr flach atmet. Deshalb kann ich es sein lassen. Das ist zumindest der Plan.

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This Fucking Year.

I really meant to close on something positive this year. In spite of everything that happened, I was gonna be hopeful, and upbeat, and, you know, optimistic, and shit. But goddamn you, 2016, you’re not making it easy.

None of us suspected the horrors you were gonna visit upon us when David Bowie died. It was tragic. The world did not know he had cancer, his loss was unexpected and severe. There are not a lot of legends left, and he was one. Personally, his death sent me back into that sense of loss I had when Freddie Mercury died, 25 years ago. They were of a generation, and Freddie was deprived of decades of greatness. Greatness that David Bowie delivered, and now he was gone. Little did I know that 2016 was only just gearing up.

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