Gebrauchsanweisung für die Stadt: How to Velo

Zürich, heisst es von Seiten der VelofahrerInnen, sei keine Velostadt. Unser Netz sei unvollständig, unausgereift, etc. Wir liegen weit hinter Städten wie Amsterdam und Kopenhagen zurück, beide wahre Mekkas für VelofahrerInnen. Bei uns ist es ja richtig gefährlich, sagen sie. Da muss ich ja dann immer ein bisschen lachen, weil gefährlich ist im Kontext der Schweiz immer etwas… äh, hoch gegriffen. Nichts bei uns ist, im internationalen Vergleich, gefährlich. Aber ja, auf der Strasse mit den Autofahrern koexistieren zu müssen birgt Risiken. Risiken, die die VelofahrerInnen selbst aber auch nicht zwingend zu minimieren gewillt sind. Und gegenüber FussgängerInnen haben sie ja jetzt auch nicht gerade ein Übermass an Respekt und Konsideration.

In der Tat hat die Stadt Zürich innerhalb ihres Verkehrskonzepts viel vor mit den Velos: durch den 2015 angenommenen Gegenvorschlag zur Initiative von Pro Velo steht ein Rahmenkredit von 120 Mio. CHF zur Verfügung, um die Stadt sicherer und befahrbarer zu machen. In diesem Zusammenhang darf aber von den VelofahrerInnen der Stadt auch ein bisschen Kooperation erwartet werden.

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Gebrauchsanweisung für die Stadt: How to Sommer

Wie ich oft an dieser Stelle wiederholt habe, leben in der Stadt viele Menschen auf engem Raum. Da sind also viele bewegliche Teilchen. Wenn diese nun erhitzt werden, dann werden sie unruhiger. Und wenn viele Teilchen unruhig sind, kommt es zu Reibung. Und das, meine Damen und Herren, will bei dieser Hitze wirklich niemand.

Blühende Sträucher im MFO-Park.
Der MFO-Park in Oerlikon blüht.

Es ist kein Geheimnis, dass ich ein Sommerkind bin. Ich blühe auf, wenn die Temperaturen auf über 30°C klettern. Es gibt nichts Schöneres. Natürlich bin ich auch dem Kältetod nahe, wenn das Thermometer unvermittelt auf unter 20°C fällt. Neulich nachts hätte ich den Heimweg um Haaresbreite nicht überlebt. Das ist also mein Wetter. Summertime, and the living is easy. Ich habe Playlists für diese Jahreszeit. Die Stadt ist nie so schön wie im Sommer, wenn die Limmat im Sonnenlicht in allen Nuancen von grün und blau funkelt. Aber auch ich kann nicht von der Hand weisen, dass mit den Temperaturen auch die Anforderungen an unsere Selbstverantwortung als gute Städterinnen und Städter steigen. Im Interesse aller schlage ich deshalb vor, wir bewahren einen kühlen Kopf (haha) und halten uns an folgende kleine Instruktion.

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Gebrauchsanweisung für die Stadt: How to ÖV

Da es scheinbar Menschen gibt, die die Kinderstube nur von aussen gesehen haben, fühle ich mich gezwungen, eine Serie von Anleitungen zu verfassen, wie man sich in einer Stadt benimmt. Ich werfe ja niemandem vor, dass er/sie auf dem Land aufgewachsen ist, wo man das mit den Manieren etwas ungezwungener sieht – vor allem, weil man ja nie auf mehr als acht Menschen auf einmal trifft. Ich verstehe es: man hat Platz zum versauen, und damit einen die Mitmenschen überhaupt hören, braucht man die Stimmgewalt eines Pavarotti. Man kennt alle. Mit der Hälfte ist man verwandt und verschwägert. Alles ist vertraut und locker.

Willkommen in der Stadt. Hier läuft das anders.

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Der grosse Kanton und wir: Obrigkeit oblige.

Es ist schon sehr, sehr, seeeeehr lange her, dass Anja das letzte Mal hier war, um mich zu besuchen. Also, eigentlich besucht sie ja meine Katzen, aber ich lebe nun mal auch in dieser Wohnung. Dieser Besuch, der schon Äonen zurückliegt, beinhaltete ein unangenehmes Ereignis und eine dieser Offenbarungen, die manchmal ganz nebenher passieren: ein Anschauungsbeispiel der kleinen Differenzen zwischen der deutschsprachigen Schweiz und Deutschland.

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Das Problem mit der Migration

Ich will ehrlich sein, auch wenn es schmerzt: manchmal weiss ich ganz genau, was die SVP meint. Die oft angesprochene Überfremdung – inzwischen spüre ich sie auch. Von überall kommen sie her – Aargau, St. Gallen, Thurgau, aus der Innerschweiz. Sie kommen hier her, besetzen die Wohnungen am Idaplatz und an der Langstrasse, sprechen ihre seltsamen Dialekte, bringen ihre fremden Religionen mit (seriously, Katholizismus? Wir sind eine Reformationsstadt!) und ihre komischen Bräuche (wer zur Hölle spricht wildfremde Menschen an der Tramstation grundlos an?). Einige von ihnen feiern Fasnacht. FASNACHT.

Ein Aspekt, den ich besonders zu schätzen weiss, wurde in einem Watson-Artikel ausführlich behandelt. Da kommt einer aus Chuebumswil, Geissfickikon, oder aus Häusliche Gewalt am Rhein, und meint dann, die Autorität zu haben, einer geborenen Stadtzürcherin sagen zu wollen, was Zürich ist und was nicht. Ich wohne – wie vielleicht aus dem Namen des Blogs hervorgeht – in Oerlikon. Ich liebe Oerlikon, und Oerlikon ist zum Glück (noch) nicht hip. Zwischen uns und der Innenstadt ist sogar ein Hügel. Ein Hügel! Der Zuzüger aus Hinterghettowil lässt sich nun ausschliesslich in den Postleitzahlen 8003 bis 8006 nieder. 8008, wenn er gewillt ist, am Stadtrand zu wohnen – aber natürlich am sozial akzeptablen Stadtrand, weil See und so. Voll Lebensqualität.

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