Wer verschwendet hier unsere Steuergelder?

Wie die alte Fasnacht komme ich jetzt auch noch mit meiner Meinung zu den Abstimmungen von diesem Wochenende. Natürlich habt Ihr alle schon abgestimmt. Brieflich war ja auch bis gestern. Ich bin hinedri. Ich muss das hier aber trotzdem noch loswerden, denn: wozu habe ich eigentlich ein Parlament gewählt?

Wir Linken dürfen uns von bürgerlicher Seite ja oft anhören, dass wir die kostbaren Steuergelder unserer Bürgerinnen und Bürger verschwenden. So mit Kultur und anderem, ähnlich unnötigem Seich. So von wegen Schulhäuser sanieren! Wenn’s für den Uropa gut genug war, dann geht es ja wohl auch für die unerzogenen Bälger heute? Sind doch nicht der Pestalozzi oder was?

(Warum sind wir eigentlich nicht der Pestalozzi? Ich meine, was Nationalhelden betrifft, hat Herr Pestalozzi schon weit mehr geleistet als Bogenschütze Tell. Vor allem, weil Letzterer ja gegebenenfalls fiktiv ist. Pestalozzi auf den Fünfliber!)

Jetzt habe ich aber kürzlich das Abstimmungs-Couvert bekommen und es ist verdammt noch mal einen halben Zentimeter dick. Ein halber Zentimeter. Was soll das? Ich weiss genau, was da drin ist. Immer, wenn das Couvert die Ausmasse eines kleinen Kontinents annimmt, weiss ich, was geschlagen hat:

Da missbraucht jemand auf eklatante und unverfrorene Weise unser Referendumsrecht.

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Gebrauchsanweisung für die Stadt: How to ÖV mit Schnee

Eine Kurzanleitung

Meine Damen und Herren, es hat geschneit. Das ist hübsch anzusehen, und für den Strassenverkehr jedes Mal ein bisschen eine Herausforderung. Dies vorweg: Pünktlichkeit hat unter diesen Umständen einen relativ geringen Stellenwert. Hauptsache ist, man kommt an. Mit diesen klaren Vorgaben vor Augen sollte es uns leichter fallen, die Situation zu meistern, ohne völlig abzudrehen.

Schnee – Was nun?

In den Worten der Züri-Linie: „einzelne Buslinien verkehren auf Teilstrecken oder sind eingestellt.“ Dies betrifft insbesondere die sogenannten „Berglinien“. Und nein, wir haben keine Berge in der Stadt, aber Steigungen. Ich konnte mir, da ich an so einer Steigung wohne, gestern gleich denken, dass ich wohl nicht mit dem Bus in die Schule komme. Zum Glück verfügt die Stadt Zürich nicht – wie andere, unüberlegtere Städte – nur über Bus-, sondern auch über Tramlinien. Tram können normalerweise einigermassen gut mit Wetter. Das erleichtert die Entscheidung: wir gehen den Schienen nach. Natürlich ist die gewünschte Tramlinie, die 14, auch so eine Art Berglinie: das Triemli auf der einen Seite, Oerlikon auf der anderen. Auch da wird es also zu den gerne zitierten „unregelmässigen Zeitabständen“ kommen, aber eben: davon bin ich ja nicht alleine betroffen.

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Gebrauchsanweisung für die Stadt: How to Fenster

Die Handhabung von Fenstern scheint einige meiner Mitmenschen an ihre Grenzen zu führen. Es ist natürlich schon so: wenn man aus ländlicher Gegend in die Stadt zieht – wo es auch noch andere Menschen gibt – kennt man die verschiedenen Stolperfallen, die Fenster mit sich bringen, noch nicht.

Die meisten Fenster sind ja bekanntlich einigermassen durchsichtig. Das ist mit eins der besten Argumente für Glas. Persönliche Putzgewohnheiten haben natürlich einen direkten Einfluss auf die Transparenz, aber ich wage mich jetzt mal auf das schmale Brett und behaupte, doch, da sieht man meistens ganz gut durch. Und schon wären wir wieder bei so einer Stadt-Situation: unsere Häuser stehen dicht beieinander. Sogar, wenn eine durchschnittliche Strasse mitten durch geht, beträgt der Abstand zwischen zwei Häuserfronten bestenfalls zwanzig Meter. Und zwanzig Meter weit sehen die meisten Menschen ganz easy.

Die lamentable Abwesenheit von Vorhängen

Weshalb ich diese neumodische Tendenz, auf Vorhänge zu verzichten nicht verstehe. Ist ja alles ganz dandy, wenn du findest, du habest nichts zu verbergen, und dass du so ein Freigeist bist, dass es dir schnurzpiepegal ist, wenn ich dich nackt in der Wohnung rumlaufen sehe. Hör mal, Freundchen: Ich wohne doch nicht in der kalten, anonymen Grossstadt, um mich jetzt hier von dir anmenscheln zu lassen!

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