Adventures in Dateland: Unique Selling Point

Ich bin interessant. Das, zumindest, entnehme ich einigen der Nachrichten, die ich über verschiedene Plattformen bekomme. Ich bin super spannend. Und hübsch. Geistreich. Witzig. Bin ich wirklich schon 42 Jahre alt? Das sieht man nämlich gar nicht. (Newsflash, Baby: 42 ist nicht ein Alter, das man verwendet, wenn man lügen will.) Natürlich ist das alles nicht überraschend. (Ja, doch, so eingebildet bin ich.) Ich habe mir beim Erstellen des Profils schliesslich Gedanken gemacht. Man muss sich das Ganze ein bisschen wie eine Bewerbung vorstellen. Ich bewerbe mich als Partnerin. Das Profil ist meine Werbefläche. Selbstverständlich will ich dort spannend rüberkommen. Ich lade Bilder hoch, die mich von meiner besten Seite zeigen. Ich versuche, meine Interessen sowohl ehrlich als auch amüsant darzulegen, es sollen eigentlich ja nur Leute schreiben (theoretisch), die in meinem Profil etwas finden, das sie anspricht. Gemeinsame Interessen vielleicht, oder etwas, worauf sie schon immer neugierig waren. Wenn jemand irgendetwas, das mir wichtig ist, Scheisse findet, besteht eine nicht unerhebliche Wahrscheinlichkeit, dass wir einander auch sonst nicht wahnsinnig begeistern werden. Ein kürzliches Date mit einem Investmentbanker hat mich schmerzlich daran erinnert.

Ich will also mit meinem Profil einerseits zeigen, wie toll ich bin, und andererseits Gleichgesinnte anlocken. Und hier sind wir absolut und unumgänglich wieder bei einem Männerproblem: Was macht dich interessant? Wieso sollte ich dich daten? Was ist dein Unique Selling Point?

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Adventures in Dateland: First Contact

Ich bin seit einigen Monaten wieder offiziell single. (Damen und Herren, bitte stellen Sie sich schön in eine Reihe, ich nehme Ihre Bewerbungen persönlich entgegen.) Nun gut. Da die Eckkneipe unserer Generation die online-Datingplattform ist, aktualisiere ich meine Texte, lade neue Fotos hoch, und schalte ein, zwei Services dazu. Et voilà, keine drei Minuten später der Hinweis: ich habe eine neue Nachricht!

Das ist ja fast wie Weihnachten, als man noch ein Kind war. Da könnte alles Mögliche drin sein! Das Potential ist unermesslich. Zugegeben, als Frau, die auch Männer datet, ist man sich bekanntlich eine Flut von Fröschen gewohnt, bis was halbwegs Passables dabei ist. Aber ich bin eine unverbesserliche Optimistin, und traue es auch dieser ersten Nachricht schon zu, weltbewegend zu sein. Ich glaube an dich, Nachricht!

„Hi!“

Oh, Enttäuschung. Ich meine, echt jetzt. Mein Profil ist lang. Wirklich lang. 1334 Worte lang. Darin erfährt man alles über mich, von meiner Lieblingsfarbe über meinen Beruf bis hin zu meiner Haltung gegenüber Penis-Bildern, ALLES. Und dann „hi“? Was sagt uns das über die Person, die da schreibt?

OKC Hi

Srsly.

 

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