Wider die innere Uhr

Ah, Frühling. Es wird wieder wärmer, Bäume haben Sex in meinem Gesicht und eine signifikante Minderheit in meinem Bekanntenkreis beschwert sich über die Sommerzeit. Ich habe jedes Jahr die gleiche Reaktion auf dieses Geseiere, das selbstverständlich auch jedes Jahr stattfindet und immer von den gleichen Leuten kommt. Es macht mich ein bisschen sauer, dieses Jammern um die eine Stunde, die jetzt „fehlt“ und zu einem Jetlag führen soll.

Eigentlich sollte ich mehr Verständnis haben, das weiss ich. Nicht nur, weil ich am eigenen Leib erfahre, was sie meinen, sondern auch, weil es objektiv klar ist, dass das Leiden anderer Leute nicht mit dem Eigenen im Wettbewerb steht. Und doch ist da dieser Teil in mir, für den das Gejammere über die Verschiebung einer Stunde wie blanker Hohn klingt. Denn ich bin gezwungen, in einem System zu existieren, das von mir eine konstante Anpassung von sechs Stunden erwartet; ich bin das, was man landläufig eine „Eule“ nennt.

snowy owl
Fick dich und deinen „Morgen“!

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