Migros vs. Coop: New Kid in Town

Durch die Schweizer Bevölkerung läuft eine Schneise, die uns in zwei Lager teilt. Es ist eine harte Grenze, definierter als die zwischen deutsch- und französischsprachigen SchweizerInnen, eine Glaubensfrage, die tiefer greift als die Kluft zwischen Katholizismus und Protestantentum, es ist die schweizerische Gretchenfrage: bist du ein Migros-Kind oder ein Coop-Kind?

Ein M besser

Ich bin ein Migros-Kind.

Diese Fixierung wird vererbt. Wenn die Eltern Migros-Kinder waren, wird der Nachwuchs auch schon früh dahingehend geprägt. Schwierig wird es, wenn sich ein Migros-Kind mit einem Coop-Kind einlässt und sich in der Folge fortpflanzt: wer gewinnt? Nun, natürlich die Person, die die Einkäufe erledigt.

Selbstverständlich spielt manchmal Proximität eine Rolle. Ich habe gehört, dass es auf dem Land Menschen gibt, die weder Migros- noch Coop-Kinder sind, weil halt weder das eine noch das andere vor Ort verfügbar war. Sie sind mit Volg aufgewachsen, oder Landi. Ich weiss. Landi. Da kann man sich schon vorstellen, warum das Stadtkind noch nie so einen von innen gesehen hat. Wie gesagt, es kommt durchaus darauf an, was verfügbar ist – in der Frühphase. Und es ist tatsächlich so, dass Migros in meiner Kindheit näher war als Coop. Ist die Indoktrination aber komplett, verliert dieser Umstand jegliche Relevanz. Dort, wo ich jetzt wohne, ist Coop klar in der geographisch besseren Position. Nützt aber nichts: ich fahre im Ernstfall – wenn ich die regulären Öffnungszeiten verpasst habe – lieber 25 Minuten zum Flughafen raus, als zum Coop, der zwei Tramstationen von mir entfernt ist, und etwas länger offen hat als die nächste Migros.

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