Liebe Eltern von Kindern 

Es ist wirklich, wirklich kein Geheimnis, dass ich mit Kindern nichts anfangen kann. Ich kenne den Blick von Leuten, die Kinder toll finden. Es ist dieses sprichwörtliche Strahlen, so von wegen da geht die Sonne auf, sobald ihr Blick auf ein Baby fällt. Meine Mutter hat es. Deshalb, nehme ich an, ist sie Mutter geworden. Ich habe es nicht. Insbesondere nicht bei Babies. Es ist eine Tragödie, dass von allen Säugetieren ausgerechnet wir die sind, deren Jungtiere so unfassbar unflauschig sind.

Tiger-Babies
Tigerbabies: flauschig.

Ich finde ja auch Menschen im Allgemeinen oft schwierig. Als Sartre schrieb, „l’enfer, c’est les autres“, da sprach er mir aus der Seele. Aber Proto-Menschen, die noch keinerlei Impulskontrolle gelernt haben, sind so ziemlich unerträglich. Es ist sonnenklar, dass diese Proto-Menschen irgendwann erwachsen sein werden, und ich bin sicher, dass sie grossartige Mitglieder der Gesellschaft sein werden. Gerade EUER Kind ist doch jetzt schon dermassen talentiert, das wird sicher die/der nächste Mozart-Kahlo-Curie-Mandela. Unumstritten. Aber bis dahin warte ich jetzt einfach mal ab. So von hier drüben aus, wo ich keine der Körperflüssigkeiten riechen kann und mir die Ohrstöpsel ausreichend Schutz bieten vor den übernatürlichen Geräuschemissionen.

Es kommt der Moment, ab dem ich gut mit Kindern kann. Dann nämlich, wenn sie Teenager sind. Normalerweise sogar etwas früher, so ab acht ist meist alles in Ordnung. Ich hatte in den letzten Monaten das Privileg, gleich zwei extrem tolle Zehnjährige kennen zu lernen. Mit denen geh ich dann gerne ins Kino und Eis essen und so. Dann gebe ich sie hoch animiert und überzuckert ihren Eltern zurück. Und wenn ihr dann gar nicht mehr klar kommt, wenn sie euch Scheisse finden weil sie gerade pubertieren, dann könnt ihr mich easy anrufen. Aber mit Babies will ich nichts zu tun haben.

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